Portrait Marie Reimers

Eine Vollblut-Glückstädterin mit Lust auf Abwechslung

Marie Reimers stammt aus einem Unternehmerhaushalt, der in Glückstadt durchaus geschichtsträchtig ist. Seit 1775 besteht die Druckerei J. J. Augustin, die zu ihrer Blütezeit Schriften in über 100 Sprachen für Kunden aus aller Welt anfertigte. Dabei waren manche Sprachen besonders umfangreich. So kam es, dass Augustin den „chinesischen Zirkel“ erfand - ein Achteck mit sieben Segmenten aus übereinander gestapelten Setzkästen mit insgesamt 19200 Schriftzeichen. Durch das achte, offengelassene Segment betrat der Schriftsetzer seinen Arbeitsplatz, in dem er sich nur drehen brauchte, anstatt wie sonst an langen Regalen entlangzulaufen. 

Selbst in Zeiten des Deutschnationalismus vereinte die Druckerei so zahlreiche Kulturen – zumindest in Schriftform. Augustins Weltoffenheit zeigte sich auch in der Unterstützung des jungen Jimmy Ernst, Sohn des Künstlers Max Ernst und der jüdischen Kunsthistorikerin Louise Strauss. Durch eine Lehrlingsstelle überlebte er die Jahre 1935 bis 1938 und bekam dank Augustin dann ein Visum in die USA.

Obgleich die Druckerei bis heute eine Bereicherung für die Region ist, plant Marie nicht in den Familienbetrieb einzusteigen. „Die Konkurrenz durch das Internet ist einfach zu groß“, begründet sie ihre Entscheidung. Dennoch sieht sie ihre Zukunft hier, denn die gebürtige Glückstädterin liebt ihre schmucke, kleine Heimatstadt an der Elbe. „In der Großstadt sind zu viele Menschen“, findet sie.

Während der Schulzeit war Marie Dressurreiterin. Aber ihr Hobby zum Beruf machen wollte sie nicht. Also hieß es nach dem Abitur: Was nun? Eine glückliche Fügung! MOIN Geschäfts­führerin Sui Mattke war beim Verlag, um einen Druck in Auftrag zu geben. Sie erzählte, dass sie eine Aushilfe fürs Büro suchte. Kurz darauf hießen wir Marie in unserem Team willkommen und freuten uns über ihre tatkräftige Unterstützung sowie schnelle Auffassungsgabe. Nach nur einem Monat schlug Geschäftsführer Hans-Paul Mattke ihr dann eine Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik vor. Maries Eltern waren begeistert! Unser Büro Team weniger. Und Marie selbst? Für sie war das schnelle Umsatteln auf diese abwechslungsreiche Ausbildung die Fortsetzung der glücklichen Fügung.

Lagerlogistik, Anlagenführung, Assistenz der Qualitäts­sicherung, Messeauftritte - Maries Aufgabenbereiche sind breitgefächert. Und das ist gut so. „Immer dasselbe machen, würde mich nerven“, sagt sie. „Am spannendsten finde ich gerade den Technikbereich. Da gibt es ganz klare Abläufe, die man aber kennen muss. Und wenn eine Maschine mal nicht so funktioniert wie sie soll, macht es Spaß, des Rätsels Lösung zu finden. Das ist wie Detektivarbeit.“

Ihre Stärke sieht Marie in ihrer Anpassungsfähigkeit. „Ich bin überall einsetzbar“, sagt sie. Das kann auch mal an einer körperlich anspruchsvollen Stelle sein. „Ich nehme das als Training“, sagt sie und fügt mit einem Grinsen hinzu: „Gut, dass ich 1 Meter 84 groß bin, das macht es oft leichter.“

Für die Zukunft wünscht sich Marie Lösungen für das elendige Verpackungsthema: „Nachrichten von Walen mit Plastik im Magen erschrecken mich. Ich schränke meinen Plastikkonsum ein, wo ich kann, z.B. indem ich Gemüse direkt vom Hof hole anstatt abgepackt aus dem Supermarkt. Und wenn es dann noch Bio ist, prima! Bio ist wirklich eine gute Sache und schmeckt auch einfach besser.“ Wo wir gerade bei 'besser schmecken' sind, welches von MOINs Backwerken ist eigentlich Maries Favorit? „Die Pizzaschnecke mag ich am liebsten“, sagt sie. 

Und hier ist der Beweis:

Marie mit Pizzaschnecke

Veröffentlicht 
am 30. Oktober 2019
von Natascha Solis

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Haltung | Zukunft | Brüderlichkeit | Verantwortung | Vertrauen

Portrait Swetlana Miller

Gute Laune macht das Leben besser...

…und die Croissants leckerer! Swetlana Miller weiß wovon sie spricht, denn sie ist schon von Anfang an mit dabei. Durch eine Freundin wurde sie auf Moin – damals ein Betrieb mit gerade mal sechs Mitarbeitern - aufmerksam und nach ihrem Vorstellungsgespräch bei Herrn Mattke ging es sofort los. „Der Teil, wo heute unsere warme Bäckerei steht, war am Anfang das gesamte Gelände“, erinnert sich Swetlana. „Früher haben wir noch jede Blätterteigscheibe per Hand gestapelt.“ Inzwischen hat sich einiges verändert: „Jetzt haben wir so viel Platz und viele Maschinen. Wir machen immer noch sehr viel Handwerk, aber die Anlagen machen es leichter", freut sich Swetlana über die Entlastung durch die heutige Technik. Als Assistenz der Produktionsleitung kennt Swetlana jeden Handgriff bei der Herstellung unserer Backwerke auswendig und kann wenn nötig Prozesse sehr schnell korrigieren. „Wir sind hier, um gutes Essen zu machen“, sagt sie und erzählt von der Produktion einer sehr großen Menge veganer Croissants, bei der sie dachte: „Mama Mia, so viele Menschen kaufen unsere Croissants!“ Das macht dann stolz und auch Spaß.

Wenn die gebürtige Russin sagt: „Qualität steht an erster Stelle“, dann spricht sie nicht nur von guter Rohstoffkenntnis und davon, die technischen Abläufe zu beherrschen, sondern auch von der richtigen Arbeitseinstellung. Denn nach all den Jahren weiß Swetlana genau, wie sehr sich die Haltung auf das Endergebnis auswirkt. „Das Brot schmeckt besser, wenn es mit Liebe gebacken wird.“ Das mag kitschig klingen, hat sich aber schon vielfach bewahrheitet. Wir arbeiten mit lebendigen Rohstoffen, die ganz deutlich auf ihre Umgebung reagieren. Darum hat die Freude bei der Arbeit für Swetlana so einen hohen Stellenwert - und dasselbe gilt natürlich auch für Zuhause.

Sie dekoriert gern und mag es, sich beim Yoga ganz auf sich selbst zu konzentrieren. „Das schult die Konzentration und gibt guten Schwung.“ Außerdem liebt sie es, draußen in der Natur zu sein. „Damals in Sibirien habe ich mit meinen Schwestern viel im Schnee gespielt. Heute freue ich mich immer, wenn ich sehe, wie schön mein Garten ist, “ erzählt sie und fügt hinzu: „Ich bin einfach so dankbar für das Leben. Man sollte jede Minute schätzen.“ Diese Worte kommen von Herzen. Swetlana hat drei Söhne, von denen einer nach einem schweren Autounfall sehr lange im Krankenhaus lag. Solche Ereignisse treffen einen natürlich hart und verlangen viel Kraft und Geduld. Aber auch dann - oder gerade dann - hilft es, wenn man sein Lächeln und seine Zuversicht nicht verliert. „Gute Laune macht das Leben besser“, ist Swetlana überzeugt. Es ist genau diese Überzeugung und ihre fröhliche, offenherzige Art, die neben ihrer jahrelangen Erfahrung das Moin Team so bereichert.

Im Gegenzug fühlt Swetlana wie sie sich durch ihre Zeit bei Moin weiterentwickelt hat. „Früher habe ich einfach irgendwas eingekauft. Heute bin ich viel besser informiert und achte auf bio, regional und fair trade. Und mein Wissen gebe ich gern weiter. Meine Kinder stellen jetzt auch Fragen wie ‚Was steckt da drin?‘ oder ‚Ist das bio?‘ - Das finde ich toll!“

Viele Pläne für die Zukunft hat Swetlana nicht; so weiter machen, bei sich bleiben und dabei viel Spaß haben. Und wenn die Zeit reif ist, möchte sie ihren Enkelkindern beibringen, wie man einen Gemüsegarten anlegt. Eine Aktivität, bei der sie ganz nebenbei ihre große Wertschätzung für das Leben wunderbar vermitteln kann.

Veröffentlicht 
am 28. Juni 2019
von Natascha Solis

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Haltung | Zukunft | Brüderlichkeit | Verantwortung | Vertrauen

Portrait Shadi Alrhoan

Im Hier­ und Jetzt

Frieden finden

Shadi wurde in Syrien geboren und hat in seinen 29 Jahren schon sehr viel erlebt. Seine Familie gehört der dortigen christlichen Minderheit an und so war seine Kindheit von viel Unsicherheit geprägt. Mit 13 fing er an, auf dem Bauernhof seines Vaters mitzuhelfen. Fünf Jahre später verstarb Shadis Vater, woraufhin der Hof in Shadis Hände überging. „Ich sorgte für 70 Kühe“, erzählt er. Meistens wurde die Milch direkt verkauft, aber manchmal machte Shadi auch zusammen mit seinem Onkel arabischen Käse daraus. „Die richtige Temperatur und Reifezeit waren dabei sehr wichtig“, sagt Shadi und spricht damit Faktoren an, die auch für seine heutige Arbeit von großer Bedeutung sind.

Wenn er sich nicht gerade um den Hof kümmerte, widmete Shadi sich seinen vielen Büchern - darunter Texte von Karl Marx, Friedrich Nietzsche, William Shakespeare und Charles Darwin. Was er las, bestärkte ihn in seiner Überzeugung, dass jeder Mensch seine Religion wählen dürfen muss. Er entschloss sich für ein Studium in Politikwissenschaften und Business Management, das er jedoch nicht wie geplant abschließen konnte. Die Bedrohung durch den Krieg wurde so stark, dass die Flucht der einzige Ausweg zu sein schien. „Ich bin 35 Tage lang gelaufen“, erinnert sich Shadi und verdeutlicht damit sowohl die Verzweiflung als auch die Hoffnung, die damals in ihm herrschten.

Inzwischen ist er seit knapp 3 Jahren in Deutschland. In dieser Zeit hat er sich ein neues Zuhause geschaffen, neue Freunde und auch eine feste Anstellung gefunden. Moin hatte er auf dem Internetportal indeed entdeckt und trotz geringer Deutschkennt­nisse war sein Vorstellungs­gespräch erfolgreich. Nun kümmert er sich bei uns um die Teige: „Ich passe darauf auf, dass die Teige im Garraum gut reifen und später im Ofen gut gebacken werden.“

Das richtige Timing ist bei der Herstellung unserer Backwerke enorm wichtig. Von Shadi erfordert das Achtsamkeit und Präzision. Und wenn man so im Augenblick präsent ist, grübelt man nicht über das, was war oder das, was sein wird.

Privat denkt Shadi allerdings sehr viel an die Zukunft. Er denkt an seine Familie in Syrien, vor allem an seinen kleinen Bruder. „Er möchte Tierarzt werden“, lächelt Shadi und fragt sich, ob er wohl irgendwann in seine Heimat zurückkehren kann.

Bis es soweit ist, sind wir dankbar für Shadis Beitrag bei Moin und er für die Chance auf ein sicheres, gewaltfreies Leben. „Die Arbeit mit den Teigen ist nicht schwer und macht auch Spaß“, sagt er. „Außerdem ist das Team sehr nett.“

Auf die Frage nach drei Wünschen kommen die ersten zwei Antworten sofort: „Keine Kriege mehr! Keine Waffen mehr!“ Und nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: „Keine Religion mehr.“ Zumindest keine, die es erlaubt, anderen Leid zuzufügen. Und dann hat Shadi noch einen vierten Wunsch: „Irgendwann möchte ich mein Studium zu Ende bringen.“ - Mögen alle diese Wünsche in Erfüllung gehen!

Veröffentlicht 
am 6. März 2019
von Natascha Solis

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Haltung | Zukunft | Brüderlichkeit | Verantwortung | Vertrauen

Portrait Dirk Urban

Geht nicht, gibt's nicht!

Vollblutbäcker, Konditor, Produktentwickler, Kundenbetreuer, Ausbilder… Dirk Urban ist stolze 13 ½ Jahre bei Moin und trägt seit jeher allerhand zur Qualität unserer Backwerke bei.

Dirk auf Messe

Als Produktentwickler ist er der Mann, der unsere Vorstellungen konkret macht. Ein Beispiel: Wenn am Montag die Idee von einer Mohnschnecke besprochen wird, hat Dirk am Dienstag schon eine gebacken und am Mittwoch dürfen dann alle mal probieren. Abgesehen von den Gaumenfreuden, die er uns bereitet, stärkt seine ruhige, hilfsbereite Haltung und die Freude an seinem Tun unser Team. Dirk hat sein Hobby zum Beruf gemacht und weiß aus Erfahrung, dass die Arbeit durchaus Spaß machen kann. Das heißt nicht, dass der Weg dahin immer leicht war. Als 16-Jähriger fing er seine Lehre mit einer 70 Stunden Woche an. „Bilde dir bloß nicht ein, dass du samstags frei bekommst“, war die klare Ansage seiner damaligen Chefin. Zum Glück war zumindest am Sonntag Backverbot. Trotz der hohen Anforderungen erinnert sich Dirk auch gern an seine Ausbildungsjahre. „Früher ging es in vielen Betrieben noch familiärer zu und es gab ein größeres Augenmerk auf Qualität als das heutzutage üblich ist.“ Mit der Prioritätensetzung auf schnellen Profit haben seither viele auf das falsche Pferd gesetzt und ihre Souveränität gegen Fertigmittel eingetauscht. Einfach nur Backmischungen vermengen ist eben keine Kunst - wahres Bäckerhandwerk durchaus. 

Neben der Produktentwicklung verbringt Dirk viel Zeit in unserer modernen Produktion und sieht zu, dass sein Können und seine Erfahrung in die Prozesse einfließt. Aber ab und an schnappt er sich auch unsere Azubis und bringt ihnen bei, wie man z.B. einen Honigkuchen backt. „Das macht doch keiner mehr. Heute kann doch kaum noch einer backen, ohne technische Enzyme einzusetzen.“ Das gibt es bei Moin natürlich überhaupt nicht. „Moin macht Top-Qualität!“, weiß Dirk, „Wir steuern alle unsere Prozesse selbst, nicht irgendwelche Chemiekonzerne mit ihren Mittelchen.“ Bei Moin verlassen wir uns auf unser Know-how - und davon hat Dirk jede Menge! 

Seine Tipps und Tricks teilt er auch gern mit Ladnern vor Ort. Er weiß, dass jeder Laden anders ist und man flexibel bleiben muss, um das Beste rauszuholen. Wenn morgens früh die Backtheke gefüllt wird, kann es stressig werden und manchmal lautet dann die Devise: Hauptsache fertig. Hier kann Dirk professionelle Hilfe leisten: „Ich kann den gesamten Ablauf optimieren und die Qualität der Backwaren erhöhen.“ Am Ende ist dann oftmals sogar noch Zeit, sich bei einer Tasse Kaffee über die gelungene Thekenpräsentation zu freuen – eine schöne Erkenntnis für viele, die zuvor dachten, es würde gar nicht besser gehen. Aber gerade wenn es heißt „Das geht nicht.“ oder „Sowas gibt es nicht.“, dann kommt Dirk und sagt: „Das wollen wir doch mal sehen…!“ Dann wird es heiß in der Backstube und experimentiert, bis schließlich das Gegenteil bewiesen ist. Denn geht nicht, gibt’s nicht bei Dirk.

Wer Dirk mal beim Fußballspielen erlebt hat, wird diesen Ehrgeiz von ihm kennen. Während andere Spieler in den letzten zwanzig Minuten den Kopf in den Sand steckten, gab Dirk noch mal Vollgas. Selbst wenn die Mannschaft in der 89. Minuten 3:0 zurück lag, war das für ihn kein Grund, um aufzugeben. Ganz im Gegenteil. „Jetzt erst recht!“, dachte sich Dirk und gab alles, um das 3:1 zu schießen. 

Dirk hat schon reichlich gebacken gekriegt in seinem Leben und er hat auch schon viel gesehen. Dennoch wünscht er sich für die Zukunft, die Welt noch besser kennenzulernen und öfter mal gemeinsam mit seiner Frau zu verreisen. „Ansonsten bin ich glücklich und zufrieden“, sagt er und antwortet auf meine genie-in-a-bottle-Frage nach 3 Wünschen ganz bescheiden: „Gesundheit.“ So sei es!

Veröffentlicht 
am 14. Januar 2019
von Natascha Solis

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Haltung | Zukunft | Brüderlichkeit | Verantwortung | Vertrauen

Portrait Vicky Leskien

Da geht noch was!

Und Brot schmeckt immer.

Vicky Leskien

Vicky Leskien, das ist unsere Powerfrau aus der Buchhaltung. Engagiert, einfallsreich, qualitätsliebend, humorvoll und schlagkräftig – aber bitte nicht gleich morgens um acht! Unsere Vicky ist in der Tat ein Morgenmuffel, aber halb so schlimm. Es kann ja nicht jeder von Natur aus Frühaufsteher sein.

Gelernt hat die gebürtige Rostockerin zunächst Hotelfachfrau in Elmau in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen. Dem folgte ein Jahr als Gesellin am Tegernsee. Aber beim ständigen Teller von A nach B Tragen fehlte ihr einfach die Herausforderung. Eine Weile blieb sie noch beim Kellnern, diesmal allerdings nur noch nebenbei, während sie ihr Abitur nachholte. Ihr stetes Motto: Da geht noch was! Als Leistungsfach wählte sie Ernährungslehre und damit war auch schon die Entscheidung für die Lebensmittelbranche gefallen. Es folgte ein duales BWL-Studium an der Berufsakademie Hamburg mit einer parallelen Ausbildung zur Fleischerin. Seither schätzt sie Tiere viel mehr und isst auch weniger Fleisch als vorher. Sie sagt: „Gutes Fleisch muss was kosten! Und wenn, dann hol‘ ich mir ein ganzes Huhn und verbrauche alles, nicht nur die Filetstückchen.“ Nach dem Studium fand sie schnell eine Anstellung als Buchhalterin und bald lag dort der gesamte EDV-Bereich in Ihrer Verantwortung. Das konnte nun aber auch nicht das Ende der Fahnenstange sein; nein, da geht noch was! Bei einem Fußballspiel von Eintracht Frankfurt las sie auf den Trikots den Sponsor „indeed“. Sie ging diesem Wink des Schicksals nach und auf die Internetseite für Stellenangebote. Dort entdeckte sie die sympathische Anzeige von MOIN. „Ach, da könnte man sich wohl fühlen“, war Vickys erster Gedanke und bald darauf hatte sie ihr Vorstellungsgespräch. Dabei wurde sie nach ihrem besten Essenserlebnis gefragt, und sofort breitete sich ein großes Lächeln über ihrem Gesicht aus. Denn sie erinnert sich sehr gern an den Abend in Berlin, als sie in die Brasserie des Ritz-Carlton eingeladen wurde. Fein rausgeputzt und voller Vorfreude traf sie auf den Portier des Ritz-Carlton am Eingang. „Ein toller Typ mit opulentem Mantel und Stock!“, erinnert sich Vicky und daran, wie er dann mit jenem Stock auf den Boden pochte und verkündete: „Ich bringe Gäste!“ Der Oberkellner brachte sogleich den Aperitif und schien das Ereignis ebenso zu feiern. „Nicht nur das Essen war sensationell“, schwärmt Vicky, „sondern vor allem auch der Service. Das sind top-ausgebildete Leute, die richtig Bock auf ihren Job haben. Einfach nur großartig, das kann ich gar nicht vergessen.“ Während sie noch auf das Ergebnis ihres Vorstellungsgesprächs wartete, war sie in Kiel unterwegs und kam an einer Großflächenwerbung vorbei mit dem Slogan „Brot schmeckt immer!“. Da musste sie lachen und natürlich gleich an MOIN denken. Schon wieder so ein Wink des Schicksals. Inzwischen ist Vicky Leskien fester Bestandteil unseres Teams, in dem sie ihre persönliche Stärke darin sieht, Vorgänge zu strukturieren. Sie sagt: „Ich habe viele Antworten auf viele Fragen und gebe gern Anreize. Aber letztlich müssen alle an einem Strang ziehen, sonst funktioniert es nicht.“ Zurzeit macht sie zusätzlich eine 16-monatige Fortbildung zur Bilanzbuchhalterin, denn… da geht noch was!

Privat nimmt sie Klavierunterricht, hat ein Abo für die Hamburgische Staatsoper und verfolgt inbrünstig jede Darts-WM. Auf die Frage, was sie sich für die Zukunft wünscht, antwortet Vicky: „Finanzielle Sicherheit, Sonnenschein, glücklich sein und dass es erfolgreich weiter geht.“

Veröffentlicht 
am 23. November 2018 
von Natascha Solis

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Haltung | Zukunft | Brüderlichkeit | Verantwortung | Vertrauen

Portrait Tim Petersen

Ein kleines Problem zu lösen, kann ein großer Ansatz sein

Neulich auf dem Weg zur Arbeit höre ich im Radio, dass in
Schleswig-Holstein ein Bäckerlehrling-Notstand herrsche. Zur gleichen Zeit feiern wir, dass unser Mitarbeiter Tim Petersen seine Bäckerlehre nach nur zwei anstatt drei Jahren bestanden und dabei als Innungsbester seines Jahrganges im Kreis Steinburg abgeschnitten hat. Herzlichen Glückwunsch! Die Kolleginnen Julianna Müller und Vicky Leskien waren bei der Abschlussfeier mit dabei.

Mit seiner Präsentation bewies Tim Kreativität und Mut zur eigenen Persönlichkeit. Denn anstatt die Größe der Speckwürfel in seinem Zwiebelkuchen anzupassen, passte er lieber den äußeren Rahmen seinem Backwerk an und kreierte eine Tafel im mittelalterlichen Stil. Die extra großen Speckwürfel erinnerten in seiner Herzhaftigkeit an eben jene Epoche und brachten gleichzeitig Tims Überzeugung und Lust am Backen zum Ausdruck.

Geweckt wurde diese Lust durch das Experimentieren mit Sauerteigen. „Damit kann man zaubern“, sagt Tim geheimnisvoll und hat dabei Ideen für neue Brote im Kopf. Und jetzt, da er gerade in den Genuss seiner ersten eigenen Küche gekommen ist, werden davon bestimmt auch einige umgesetzt werden.

In Hohenfelde und mit Kartoffeln aus dem eigenen Garten aufgewachsen weiß Tim, dass Bio einfach viel besser schmeckt. Er liebt die Einfachheit und die Wärme von Eintöpfen. „Da kann man machen, was man will“, sagt er. Generell weiß er das Leben auf dem Land zu schätzen, nicht nur des eigenen Gemüsegartens wegen, sondern vor allem wegen des Freiheitsgefühls. Viel Platz, viel Luft und so viel Lautstärke beim Musikhören wie es einem gefällt.

Seine Stelle bei Moin empfindet Tim als „glückliche Fügung“. Besonders schön war es neulich für ihn auf seiner ersten Bio Fachmesse mit dabei zu sein, wo er die Wirkung seiner täglichen Arbeit hautnah miterleben konnte. Die vielen Menschen zu sehen, die an unseren Stand kamen, probierten und sichtlich genossen, was er zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen vorbereitet hatte, gab nach der doch manchmal stressigen Prüfungsphase wieder richtig Aufwind. Als persönliche Stärke, die auch im Produktionsteam zum Tragen kommt, sieht er seine Fähigkeit, zuhören und sich gut in die Situation anderer hineinversetzen zu können. Wenn sich jeder als Teil des Ganzen sieht und erkennen kann, wo andere eventuell eine Schwachstelle haben, dann lässt sich diese bei genügend Aufmerksamkeit und Teamgeist leicht ausbalancieren. Mit dem Motto ‘Jeder tut das, was er gut kann‘ kommt man gemeinsam voran - oder mit Tims Worten: „Wenn ich ein kleines Problem löse, kann das schon ein großer Ansatz sein.“

Veröffentlicht 
am 24. September 2018 
von Natascha Solis

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Haltung | Zukunft | Brüderlichkeit | Verantwortung | Vertrauen

Portrait Jule Prothmann

Man kann immer

irgendwas retten

Jule Prothmann

Jule Prothmann, unsere Projektmanagerin im Vertrieb und Einkauf, wuchs in einem Dorf umringt von Bauernhöfen auf. Von dort holte ihre Familie Eier und Milch, Äpfel gab es immer vom Nachbarn. Von klein auf erfuhr Jule so die Vorteile von regionaler Wertschöpfung. “Es gab immer viel Diskussion ums Essens Zuhause”, meint sie und erinnert sich an ihre Mutter, für die es manchmal eine Herausforderung war, es allen recht zu machen. Zwei sehr krüsche Kinder und ein Ehemann, der von den Vorzügen von Bio-Lebensmitteln (noch) nicht überzeugt war, trafen auf ihren hohen Qualitätsanspruch und die Überzeugung, dass Fleisch nur in geringen Maßen auf den Teller gehört. Aber nicht nur Mama, sondern auch die beste Freundin, die vom Demeter Hof Dannwisch kam, prägte Jules Verständnis bezüglich konventionellen und biologischen Lebensmitteln. Gutes Essen blieb auch nach der Schulzeit ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Jule entschied sich für den Studiengang „food management“ an der Dualen Hochschule in Heilbronn. In dieser Zeit arbeitete sie etappenweise beim Bio-Supermarkt Alnatura in Darmstadt. Das stete Hin-und Her und die Entfernung zum eigentlichen Zuhause im Norden waren manchmal eine ziemlich harte Nuss. „Wenn mich damals jemand gefragt hat, wo mein Zuhause ist, hab ich geantwortet: In meinem Auto.“, erinnert sich Jule und lacht. Denn auch wenn sie froh ist, dass diese Zeit hinter ihr liegt, weiß sie, ein bisschen Rock’n’Roll kann auch nicht schaden. Außerdem sind es ja gerade die Herausforderungen im Leben, die uns weiter bringen und stärker machen. Aufgeben ist halt keine Option. „Man kann immer irgendwas retten“, ist Jule überzeugt. Als es darum ging, ein Herstellerpraktikum zu absolvieren, bewarb sie sich bei MOIN. Eine gute Entscheidung, denn mit ihrem Warenkundenwissen, ihrer Gelassenheit und ihrem positiven Schwung passt Jule zu MOIN wie Erdbeermarmelade zum Croissant. Auf die Frage, was denn so auf ihrer persönlichen To-do-Liste steht, beginnt Jule von einer Reise nach Indien zu träumen. „Ich möchte mir unbedingt einmal die Gewürzmärkte ansehen.“ Langfristig wünscht sie sich einen eigenen Hof mit Hunden, Katzen, Schweinen, Eseln und einem Alpaka.

Veröffentlicht 
am 29. August 2018 
von Natascha Solis

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Haltung | Zukunft | Brüderlichkeit | Verantwortung | Vertrauen

Portrait Jochen Schneider

Benutze Deinen Kopf,

um aus dem Herzen zu leben

Bäckermeister Jochen Schneider

Unser Bäckermeister Jochen Schneider ist den ganzen Weg aus Unterfranken zu uns nach Glückstadt gekommen. Nachdem er im vorangegangenen Jahr seinen Meister gemacht und Produktionen kennengelernt hatte, die nicht seinen Vorstellungen entsprachen,  macht er sich auf die Suche nach einer Bäckerei mit Werten, die zu seinen eigenen passen. Im Internet entdeckt er MOIN und – trotz der steifen Brise hier oben - entscheidet sich dafür, sein Können und seine Leidenschaft für das Bäckerhandwerk bei uns einzubringen. „Es macht Leute glücklich, wenn sie etwas Gutes zu essen haben. Mir bringt es Spaß, Essen zu machen, das anderen schmeckt.“ Welchen enormen Einfluss die Qualität von Essen auf das Wohlbefinden hat, erlebte Jochen am eigenen Leibe. „Es gab Zeiten, da habe ich täglich schlechte Backwaren gegessen. Damals war ich richtig dick.“ Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Seiner Gesundheit zuliebe entschied sich Jochen für eine fleischfreie Ernährung. „Seit ich Vegetarier bin, habe ich angefangen, ganz intuitiv zu kochen, ohne Rezeptbuch,  und das hat erstaunlich gut funktioniert. Ich esse heute ganz anders.“ Seine Wertschätzung für gutes Essen zeigt sich auch deutlich in der Produktion. Umsichtig nimmt Jochen den Baguette-Teig auf und bringt ihn mit viel Ruhe und wenigen Handgriffen in Form. „Wenn man zu viel Druck macht, zieht sich der Teig wieder zusammen“, weiß er. Von Stress hält Jochen generell herzlich wenig. „Ich arbeite, um Spaß zu haben“, sagt er und weiß, dass es sich bei vielen Menschen in unserer geldbasierten Gesellschaft anders verhält. „Ich finde die Vorstellung von einer Gesellschaft schön, die sich brüderlich selbst versorgt, wo jeder sein Talent einbringt, um gemeinsam für ein gutes Leben zu sorgen.“ Auf die Frage hin, was er in der Welt gern verändern würde, meint Jochen:  „Eine gerechte Verteilung der Ressourcen wäre gut. Alles andere darf so bleiben, wie es ist.“