FinnSnack Gebäude

Gemeinsames Wirtschaften und Synergien nutzen

Unser Finnentoast braucht nur vier Zutaten und die finnische Sommersonne...

...und Eero Koivisto!



Ein Interview mit dem Mann, 

der unseren Finnentoast bäckt:

Der Finnentoast ist das einzige Produkt, das wir bei MOIN nicht selber machen. Finnentoast können die Finnen eben am besten. Seit über zwanzig Jahren bäckt es deshalb unser Freund Eero Koivisto für uns.

Eero, erinnerst du noch wie alles begann?

-          Ja, das tue ich. Das erste Treffen mit Hans-Paul Mattke fand damals in Bremen statt. Ich war auf der Suche nach neuen Kunden und konnte Hans-Paul von der Qualität meiner Backwaren überzeugen. Allerdings wollte er eine andere Form und so kam die Idee von einem viereckigen Roggenbrötchen auf. Diese Idee nahm ich mit zurück nach Finnland und arbeitete sie in meiner Bäckerei weiter aus. Das Ergebnis: der Finnentoast, der 1995 ins MOIN Sortiment aufgenommen wurde. Eine super Zusammenarbeit – und das seit so vielen Jahren. Ich bin sehr glücklich darüber, denn ich habe schon so oft Leute sagen hören, dass sie "ohne dieses Brot nicht mehr leben könnten". Ich halte gern alte Verbindungen, vor allem wenn sie dazu führen, dass sich so viele Menschen gut versorgt fühlen.

Du warst einer der ersten Bio-Bäcker in Finnland. Was waren deine Beweggründe?

-          Brotbacken ist einfach mein Weg. Das muss ich bis zum Ende meines Lebens machen. Und dann möchte ich es auch gut machen. Außerdem macht es Sinn. Wir haben in Finnland mit den besten Roggen der Welt. Das liegt an unserer langen Sommer­sonne, an der sanften Meeresbrise und unserem sehr guten Wasser. Unsere Felder sind weit entfernt von Straßenverkehr und Umweltverschmutzung und unsere kalten Winter halten die Schädlinge in Schach, sodass die bei uns kaum ein Thema sind. Beste Voraussetzungen also, um richtig gutes Getreide anzubauen und daraus Brot zu backen, das den Menschen nicht nur schmeckt, sondern Ihnen auch gut tut.

Bei FinnSnack wird nach wie vor im Steinofen gebacken. Warum bleibst du bei der traditionellen Backart?

-          Das ist das Vermächtnis meines Vaters, Kauko Koivisto. Nach dem Krieg hatte er etwa 500 hochwertige Steinöfen für verschiedene Bäckereien im ganzen Land gemauert. Irgendwann fragte ich ihn, ob es möglich wäre, dass ich auch einen bekomme. Heute habe ich zwei - je achtzehn Meter lang und aus rund 20.000 Ziegelsteinen gebaut. Andere mögen mit neueren Modellen arbeiten, aber wir bei FinnSnack wissen, dass der einzigartige Geschmack, der durch die sanfte Hitze eines Steinofens entsteht, etwas ganz Besonderes und nicht zu ersetzen ist.

Was ist denn das Besondere an einem Steinofen?

-          Im Steinofen gebackenes Brot schmeckt einfach besser. Das liegt daran, dass sich der Luftstrom und die Luftfeuchtigkeit bei einem Steinofen anders verhalten. Der Ofen selbst nimmt einen Teil des Dampfes auf, der während des Backvorgangs vom Brot abgegeben wird, und gibt ihn langsam wieder zurück. Unsere Produkte werden zweimal gebacken bzw. geröstet. Das bedeutet: viel Zeit und viel Wärme. Dieser Backprozess garantiert eine knusprige Textur und vollen Geschmack. Und Geschmack ist für uns alles!

Geschmack steht an erster Stelle. Aber dir ist auch wichtig, dass deine Backwaren deinen Kunden gut tun. Was sind denn die gesundheitlichen Vorteile?

-          Roggen ist ein sehr wertvolles Getreide. Es liefert viele Ballaststoffe und Vitamine und versorgt uns mit langanhaltender Energie. Es unterstützt unseren Verdauungstrakt, beugt Gallensteinen vor, reduziert das Diabetes Risiko, reguliert den Blutdruck und schützt das Herz-Kreislauf-System – um nur ein paar Vorteile zu nennen!

Woher kommen die vielen Ideen zu einer einzigen Getreidesorte?

-          Ich hatte viele Jahre lang einen natürlichen USB Stick im Kopf, der mir immer wieder neue Ideen lieferte. (Eero lacht)  Das war so: Als ich 15 Jahre alt war, steckte mir mein kleiner Bruder ein Roggenkorn ins Ohr. Ich hab wie wild mit dem Kopf geschüttelt, aber es kam nicht wieder raus. Selbst mit dem Staubsauger hatte ich es vorsichtig versucht, aber das Korn steckte fest. Erst zwanzig Jahre später fand mein Arzt das Roggenkorn während einer professionellen Ohrenreinigung. – Ich bin mir sicher, alle meine Roggenbrotinnovationen kommen daher.

Welche Rolle spielt Regionalität für Dich?

-          Mein Ziel ist es, ausschließlich finnische Inhaltsstoffe zu verwenden, denn wie eingangs schon gesagt, sind wir in Finnland mit sehr guten, puren Rohstoffen gesegnet. Natürlich gibt es preislich günstigere Optionen, aber wir wollen nur beste Zutaten für unsere Produkte nutzen - so wie ihr.

Das stimmt, den Anspruch haben wir bei MOIN auch. Fallen Dir noch andere Gemeinsamkeiten ein?

-          Das Entscheidende ist, dass die Seele mit backt. Das sehe ich ganz ähnlich wie Hans-Paul und Sui. Die menschliche Schaffens­kraft ist ein ganz wichtiges Element bei der Arbeit – beim Bäcker genauso wie beim Künstler. Und dass bei unseren beiden Unternehmungen der Genuss an erster Stelle steht, auch das verbindet uns.


Vielen Dank, Eero!

Autorenbild Solis

Veröffentlicht 
am 8. Oktober 2019
von Natascha Solis

Schlagwörter

Genuss | Ressourcen | Brüderlichkeit | Qualität | Haltung