Portrait Sabine Marquardt

Ich wünsche mir ein Erwachen der Menschlichkeit

Wer in unseren Empfang kommt, trifft mit großer Wahrscheinlichkeit als erstes auf Sabine Marquardt. Seit einem Jahr ist sie Teil unseres MOIN-Teams und bereichert unser Empfangsbüro mit ihrer angenehm ruhigen, vertrauensvollen und engagierten Art. Selbst in den frühen Morgenstunden oder noch kurz vor Feierabend hat Sabine stets ein offenes Ohr für die vielfältigen Anliegen, die in einer Zentrale so zusammenlaufen.

Abwechslung statt Langeweile

Zuständig für die Anmeldung von Besuchern, die Annahme zahlreicher Lieferungen und aller extern eingehenden Anrufe kommt bei unserer gebürtigen Lothringerin jedenfalls keine Langeweile auf. Zumal all diese Dinge für gewöhnlich gleichzeitig geschehen. Des Weiteren agiert sie flexibel als Anlaufstelle für unsere Mitarbeiter*innen, verwaltet den Fuhrpark sowie die Arbeitskleidung und unterstützt bei Bedarf Kolleg*innen aus anderen Abteilungen. „Ich lerne täglich dazu“, sagt Sabine in ihrem feinen, kleinen französischen Akzent.

Auf die Frage, was ihr an ihrer Arbeit am meisten Spaß machen würde, antwortet sie: „Ich liebe es mit so vielen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten zusammen zu arbeiten. Mich mit Cheriffe aus dem Togo auf Französisch zu unterhalten, Rezepte mit Ayse aus der Türkei auszutauschen oder mit Bernd aus Deutschland über das Wacken Festival zu schnacken... hier arbeiten Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch empfinde ich das Miteinander in unserem Team als sehr friedlich. Das gefällt mir besonders bei MOIN.“

Im Rahmen ihres Germanistikstudiums kam Sabine in den 90er Jahren als Fremdsprachenassistenz nach Glückstadt. Aus dem geplanten Auslandsjahr wurde der Beginn ihres Lebens in Deutschland. Auch durch ihre anschließende Tourismus Ausbildung und ihre Tätigkeiten für Reiseveranstalter in Skandinavien sowie für Air France am Hamburger Flughafen zog sich der rote Faden des Weltbürgertums. Die Neugier überwog bei Sabine schon immer die Angst vor dem Fremden. Für Fremdenfeindlichkeit hat sie daher überhaupt kein Verständnis. „Rassismus macht mich wütend“, verrät sie. „Wir Menschen sind alle gleichwertig und sollten einander besser zuhören.“ Es trifft Sabine, wenn sie erlebt, wie rassistische Äußerungen fallen. Auch wenn es sich dabei „nur“ um unbedachte Randbemerkungen handelt, legen sie doch an den Tag, dass wir als Menschheitsfamilie noch einiges an Intoleranz abzuschütteln haben. „Ich wünsche mir ein Erwachen der Menschlichkeit“, sagt sie. Ein Wunsch, dessen Dringlichkeit gerade in der heutigen Zeit gewiss viele von uns spüren. Denn wo Menschlichkeit herrscht, gibt es keinen Krieg.


Der Weg ist das Ziel

Bei aller Verbundenheit weiß Sabine genau, was ihr hilft, wenn es an der Zeit ist, den eigenen Brunnen wieder aufzufüllen: „Ich gehe sehr gern alleine wandern. Dabei kann ich wunderbar abschalten und den positiven Einfluss der Natur genießen. Der geht im Alltag leider oft verloren.“ 

Auf ihrer To-do-Wunschliste steht passend dazu: „Einmal den Jakobsweg laufen – angefangen beim Via Podiensis in Frankreich bis nach Santiago de Compostella. Und wenn die Füße einen noch tragen, dann weiter nach Süden bis Porto.“ Bis es soweit ist, erfreut sich Sabine an den Traumwanderwegen, die Norddeutschland zu bieten hat. „Den Heidschnuckenweg in Niedersachen laufe ich etappenweise, je nachdem wieviel Zeit ich übrig habe.“

Erst Crêpes, dann spielen

Wenn Sabine heute zurückdenkt, ist ihre ganze Kindheit von kulinarischen Erinnerungen geprägt. „Meine Mutter war eine fantastische Bäckerin“, schwärmt sie und erinnert, wie ihr ganzes Elternhaus regelmäßig nach süßem Obst und Hefeteigkuchen mit Zimt und karamellisiertem Zucker duftete. Bei einer sehr traditionellen Rollenverteilung kümmerte sich Sabines Mutter stets um die Mahlzeiten und brachte ihren drei Töchtern das Kochen und Backen bei. Schon mit jungen Jahren konnte sich Sabine die typisch französischen Pfannkuchen selbst backen. Und ihren Schulkameradinnen ging es ähnlich. „Wenn wir uns nach der Schule mit Freunden trafen, haben wir erst mal Crêpes gebacken. Das Rezept beherrscht wahrscheinlich jedes Schulkind in Frankreich.“

Ganz besonders schöne Erinnerungen hat Sabine an Urlaube mit befreundeten Familien in Südfrankreich, an die Küche im Freien, an Ratatouille und an das gemeinsame Zubereiten von Miesmuscheln, die sie entweder selbst gesammelt oder frisch vom Markt geholt hatten.

Als ihre Mutter kürzlich verstarb, erbte Sabine ihr Kochbuch mit vielen handschriftlich notierten Rezepten. Ein unbezahlbarer Schatz, der Sabine wieder und wieder Momente der Freude beschert. Auch hier geht Liebe durch den Magen.

Und welches ist Sabines Lieblingsprodukt von MOIN?

„Das Baguette de Luxe, weil es mich an meine Heimat erinnert“, erklärt sie. „Außerdem ist es so vielseitig. Ob mit einem süßen Aufstrich zum Frühstück oder als casse-croûte (die französische Variante vom Sandwich) zu Camembert oder Roquefort... mmh! Und unter uns, nur Baguette lässt sich so wunderbar in den Kaffee tunken“, schmunzelt sie. Manche Klischees bewahrheiten sich dann also doch. 😉

Veröffentlicht 
am 08. März 2022
von Natascha Solis

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Haltung | Zukunft | Brüderlichkeit | Verantwortung | Vertrauen

Portrait Julianna Müller

Toleranz bringt uns voran

Auf der Suche nach einer Teilzeitbeschäftigung kam Julianna Müller 2016 zunächst als Assistenz der Buchhaltung zu MOIN. Wenig später übernahm sie die komplette Büroorganisation und wurde zur Assistenz der Geschäftsführung, wodurch sie mit einem breiten Spektrum an Verantwortlichkeiten betraut wurde.

Heute verantwortet sie als Teil der Betriebsleitung alle Aufgaben, die das Personal betreffen, sorgt sich - an guten wie an schlechten Tagen – um die Abläufe in der Produktion, und ist für eine gute Abwicklung sowie einen reibungslosen IT-Betrieb zuständig. Am meisten Spaß macht ihr dabei „der nichtvorhandene Stillstand“. Durch das stete In-Bewegung-Sein kommt man immer wieder an Grenzen – entweder die der Mitarbeitenden oder die eigenen - und wächst entweder über sie hinaus oder lernt, sie zu akzeptieren und folglich besser mit ihnen umzugehen. Manchmal lernt man sie sogar schätzen. So oder so, man kommt voran.

Im Oktober 2017 feierten wir die Eröffnung unserer neuen Produktionshalle. Es waren 2500 Quadratmeter zu den bestehenden 1600 Quadratmetern Produktionsfläche hinzugekommen. Für Julianna war der Abschluss dieses Bauvorhabens ein echter Höhepunkt ihrer bisherigen Tätigkeit bei MOIN. „Während der Bauphase bin ich öfters über meine Grenzen hinausgewachsen“, erinnert sie sich. „Jetzt steht unsere große Halle schon über drei Jahre und bietet uns die Möglichkeiten, die wir für unsere Arbeit brauchen.“ 

Als gebürtige Russin ist Julianna im Sozialismus aufgewachsen und hat sich – obgleich sie ein Einzelkind war - stets als Teil der Gemeinschaft verstanden. Aus ihrer kindlichen Sicht ging es darum, die Stärken jedes einzelnen zu erkennen und einzusetzen, gleichzeitig aber auch die „Schwächeren“ mitzunehmen. „Natürlich ist das nur die halbe Wahrheit“, weiß sie heute. 

Julianna denkt gern an ihre Kindheit zurück, in der ihr viel Erdverbundenheit vermittelt wurde. „Es war immer sehr wichtig, dass es dem Boden gut geht, schließlich haben wir davon gelebt. Da kam die Wertschätzung von ganz allein, auch wenn es nichts im Überfluss gab. Es wäre wünschenswert, dass die Menschheit wieder an den Punkt kommt, an dem sie versteht, dass uns die Erde nicht gehört, und an dem wir dankbar dafür sind, dass wir sie nutzen dürfen.“

Besonders schöne Erinnerungen hat Julianna an das Sommerhaus ihrer Familie väterlicherseits. „Die Luft, die Natur, dieses traumhafte Haus…“, schwärmt sie und sagt im selben Atemzug: „ohne Heizung und ohne fließend Wasser.“ Was wohl für viele Mindestvoraussetzungen sind, um sich wohlzufühlen oder von einem „Traumhaus“ zu sprechen, spielte in Juliannas Kindheit kaum eine Rolle. Viel wichtiger war die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen, das Glück eines intakten Familienlebens. Wenn Julianna mit ihren Eltern, Großeltern, Onkeln, Tanten und Cousinen ums Feuer saß, gemeinsam gegessen und miteinander geredet wurde, hätte die Welt nicht schöner sein können. Es gab frisch aufgebrühten schwarzen Tee mit Milch und frisch gebackenes Brot mit Butter und Salz. „Schlicht, aber unglaublich lecker“, beschreibt Julianna dieses wohltuende Essenserlebnis. Es gab generell oft Brot, damit alle satt wurden, viele Suppen und saisonales Gemüse. „Omi hat viel gebacken. Mein Lieblingsgericht waren ihre Pfannkuchen.“ Heute ist Juliannas Oma stolze 93 Jahre alt.

Als Teenager kam Julianna nach dem überraschenden Tod ihres Vaters nach Deutschland, dem Heimatland ihrer Mutter. Neben der Unterstützung ihrer Familie erhoffte sich Juliannas Mutter hier bessere Bildungschancen für ihre Tochter. Die gab es auch, kamen aber im Kombipaket mit Integrationsschwierigkeiten, da Julianna aufgrund ihres Migrationshintergrundes von ihren Mitschülern*innen ausgegrenzt wurde. „Seitdem hat sich viel getan“, räumt Julianna ein. „Wenn ich sehe, wie meine Kinder und ihre Freunde mit dem Thema umgehen, stimmt mich das sehr positiv. Wir scheinen dazugelernt zu haben.“ Und genau hierin liegt auch ein absoluter Herzenswunsch: „Ich wünsche mir, dass sich die Frage nach Herkunft und Bildung nicht mehr stellt, sondern an erster Stelle die Persönlichkeit wahrgenommen wird. Das wäre echte Chancengleichheit.“

Für die Zukunft wünscht sich Julianna, dass sie miterlebt, wie ihre Kinder groß und alt werden und zwar am liebsten in einer Welt, in der wir einander mehr Anerkennung entgegenbringen. „Ich glaube, wenn wir tolerant sind, kommt es gar nicht erst zu Kriegen und Hungersnöten. Erst wenn wir einander wirklich verstehen wollen, sind wir über derartige Abgründe hinweg.“

Veröffentlicht 
am 05. Mai 2021 
von Natascha Solis

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Haltung | Zukunft | Brüderlichkeit | Verantwortung | Vertrauen

Portrait Marie Reimers

Eine Vollblut-Glückstädterin mit Lust auf Abwechslung

Marie Reimers stammt aus einem Unternehmerhaushalt, der in Glückstadt durchaus geschichtsträchtig ist. Seit 1775 besteht die Druckerei J. J. Augustin, die zu ihrer Blütezeit Schriften in über 100 Sprachen für Kunden aus aller Welt anfertigte. Dabei waren manche Sprachen besonders umfangreich. So kam es, dass Augustin den „chinesischen Zirkel“ erfand - ein Achteck mit sieben Segmenten aus übereinander gestapelten Setzkästen mit insgesamt 19200 Schriftzeichen. Durch das achte, offengelassene Segment betrat der Schriftsetzer seinen Arbeitsplatz, in dem er sich nur drehen brauchte, anstatt wie sonst an langen Regalen entlangzulaufen. 

Selbst in Zeiten des Deutschnationalismus vereinte die Druckerei so zahlreiche Kulturen – zumindest in Schriftform. Augustins Weltoffenheit zeigte sich auch in der Unterstützung des jungen Jimmy Ernst, Sohn des Künstlers Max Ernst und der jüdischen Kunsthistorikerin Louise Strauss. Durch eine Lehrlingsstelle überlebte er die Jahre 1935 bis 1938 und bekam dank Augustin dann ein Visum in die USA.

Obgleich die Druckerei bis heute eine Bereicherung für die Region ist, plant Marie nicht in den Familienbetrieb einzusteigen. „Die Konkurrenz durch das Internet ist einfach zu groß“, begründet sie ihre Entscheidung. Dennoch sieht sie ihre Zukunft hier, denn die gebürtige Glückstädterin liebt ihre schmucke, kleine Heimatstadt an der Elbe. „In der Großstadt sind zu viele Menschen“, findet sie.

Während der Schulzeit war Marie Dressurreiterin. Aber ihr Hobby zum Beruf machen wollte sie nicht. Also hieß es nach dem Abitur: Was nun? Eine glückliche Fügung! MOIN Geschäfts­führerin Sui Mattke war beim Verlag, um einen Druck in Auftrag zu geben. Sie erzählte, dass sie eine Aushilfe fürs Büro suchte. Kurz darauf hießen wir Marie in unserem Team willkommen und freuten uns über ihre tatkräftige Unterstützung sowie schnelle Auffassungsgabe. Nach nur einem Monat schlug Geschäftsführer Hans-Paul Mattke ihr dann eine Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik vor. Maries Eltern waren begeistert! Unser Büro Team weniger. Und Marie selbst? Für sie war das schnelle Umsatteln auf diese abwechslungsreiche Ausbildung die Fortsetzung der glücklichen Fügung.

Lagerlogistik, Anlagenführung, Assistenz der Qualitäts­sicherung, Messeauftritte - Maries Aufgabenbereiche sind breitgefächert. Und das ist gut so. „Immer dasselbe machen, würde mich nerven“, sagt sie. „Am spannendsten finde ich gerade den Technikbereich. Da gibt es ganz klare Abläufe, die man aber kennen muss. Und wenn eine Maschine mal nicht so funktioniert wie sie soll, macht es Spaß, des Rätsels Lösung zu finden. Das ist wie Detektivarbeit.“

Ihre Stärke sieht Marie in ihrer Anpassungsfähigkeit. „Ich bin überall einsetzbar“, sagt sie. Das kann auch mal an einer körperlich anspruchsvollen Stelle sein. „Ich nehme das als Training“, sagt sie und fügt mit einem Grinsen hinzu: „Gut, dass ich 1 Meter 84 groß bin, das macht es oft leichter.“

Für die Zukunft wünscht sich Marie Lösungen für das elendige Verpackungsthema: „Nachrichten von Walen mit Plastik im Magen erschrecken mich. Ich schränke meinen Plastikkonsum ein, wo ich kann, z.B. indem ich Gemüse direkt vom Hof hole anstatt abgepackt aus dem Supermarkt. Und wenn es dann noch Bio ist, prima! Bio ist wirklich eine gute Sache und schmeckt auch einfach besser.“ Wo wir gerade bei 'besser schmecken' sind, welches von MOINs Backwerken ist eigentlich Maries Favorit? „Die Pizzaschnecke mag ich am liebsten“, sagt sie. 

Und hier ist der Beweis:

Marie mit Pizzaschnecke

Veröffentlicht 
am 30. Oktober 2019
von Natascha Solis

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Haltung | Zukunft | Brüderlichkeit | Verantwortung | Vertrauen

Portrait Swetlana Miller

Gute Laune macht das Leben besser...

…und die Croissants leckerer! Swetlana Miller weiß wovon sie spricht, denn sie ist schon von Anfang an mit dabei. Durch eine Freundin wurde sie auf Moin – damals ein Betrieb mit gerade mal sechs Mitarbeitern - aufmerksam und nach ihrem Vorstellungsgespräch bei Herrn Mattke ging es sofort los. „Der Teil, wo heute unsere warme Bäckerei steht, war am Anfang das gesamte Gelände“, erinnert sich Swetlana. „Früher haben wir noch jede Blätterteigscheibe per Hand gestapelt.“ Inzwischen hat sich einiges verändert: „Jetzt haben wir so viel Platz und viele Maschinen. Wir machen immer noch sehr viel Handwerk, aber die Anlagen machen es leichter", freut sich Swetlana über die Entlastung durch die heutige Technik. Als Assistenz der Produktionsleitung kennt Swetlana jeden Handgriff bei der Herstellung unserer Backwerke auswendig und kann wenn nötig Prozesse sehr schnell korrigieren. „Wir sind hier, um gutes Essen zu machen“, sagt sie und erzählt von der Produktion einer sehr großen Menge veganer Croissants, bei der sie dachte: „Mama Mia, so viele Menschen kaufen unsere Croissants!“ Das macht dann stolz und auch Spaß.

Wenn die gebürtige Ukrainerin sagt: „Qualität steht an erster Stelle“, dann spricht sie nicht nur von guter Rohstoffkenntnis und davon, die technischen Abläufe zu beherrschen, sondern auch von der richtigen Arbeitseinstellung. Denn nach all den Jahren weiß Swetlana genau, wie sehr sich die Haltung auf das Endergebnis auswirkt. „Das Brot schmeckt besser, wenn es mit Liebe gebacken wird.“ Das mag kitschig klingen, hat sich aber schon vielfach bewahrheitet. Wir arbeiten mit lebendigen Rohstoffen, die ganz deutlich auf ihre Umgebung reagieren. Darum hat die Freude bei der Arbeit für Swetlana so einen hohen Stellenwert - und dasselbe gilt natürlich auch für Zuhause.

Sie dekoriert gern und mag es, sich beim Yoga ganz auf sich selbst zu konzentrieren. „Das schult die Konzentration und gibt guten Schwung.“ Außerdem liebt sie es, draußen in der Natur zu sein. „Damals in Sibirien habe ich mit meinen Schwestern viel im Schnee gespielt. Heute freue ich mich immer, wenn ich sehe, wie schön mein Garten ist, “ erzählt sie und fügt hinzu: „Ich bin einfach so dankbar für das Leben. Man sollte jede Minute schätzen.“ Diese Worte kommen von Herzen. Swetlana hat drei Söhne, von denen einer nach einem schweren Autounfall sehr lange im Krankenhaus lag. Solche Ereignisse treffen einen natürlich hart und verlangen viel Kraft und Geduld. Aber auch dann - oder gerade dann - hilft es, wenn man sein Lächeln und seine Zuversicht nicht verliert. „Gute Laune macht das Leben besser“, ist Swetlana überzeugt. Es ist genau diese Überzeugung und ihre fröhliche, offenherzige Art, die neben ihrer jahrelangen Erfahrung das Moin Team so bereichert.

Im Gegenzug fühlt Swetlana wie sie sich durch ihre Zeit bei Moin weiterentwickelt hat. „Früher habe ich einfach irgendwas eingekauft. Heute bin ich viel besser informiert und achte auf bio, regional und fair trade. Und mein Wissen gebe ich gern weiter. Meine Kinder stellen jetzt auch Fragen wie ‚Was steckt da drin?‘ oder ‚Ist das bio?‘ - Das finde ich toll!“

Viele Pläne für die Zukunft hat Swetlana nicht; so weiter machen, bei sich bleiben und dabei viel Spaß haben. Und wenn die Zeit reif ist, möchte sie ihren Enkelkindern beibringen, wie man einen Gemüsegarten anlegt. Eine Aktivität, bei der sie ganz nebenbei ihre große Wertschätzung für das Leben wunderbar vermitteln kann.

Veröffentlicht 
am 28. Juni 2019
von Natascha Solis

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Haltung | Zukunft | Brüderlichkeit | Verantwortung | Vertrauen

Portrait Dirk Urban

Geht nicht, gibt's nicht!

Vollblutbäcker, Konditor, Produktentwickler, Kundenbetreuer, Ausbilder… Dirk Urban ist stolze 13 ½ Jahre bei Moin und trägt seit jeher allerhand zur Qualität unserer Backwerke bei.

Dirk auf Messe

Als Produktentwickler ist er der Mann, der unsere Vorstellungen konkret macht. Ein Beispiel: Wenn am Montag die Idee von einer Mohnschnecke besprochen wird, hat Dirk am Dienstag schon eine gebacken und am Mittwoch dürfen dann alle mal probieren. Abgesehen von den Gaumenfreuden, die er uns bereitet, stärkt seine ruhige, hilfsbereite Haltung und die Freude an seinem Tun unser Team. Dirk hat sein Hobby zum Beruf gemacht und weiß aus Erfahrung, dass die Arbeit durchaus Spaß machen kann. Das heißt nicht, dass der Weg dahin immer leicht war. Als 16-Jähriger fing er seine Lehre mit einer 70 Stunden Woche an. „Bilde dir bloß nicht ein, dass du samstags frei bekommst“, war die klare Ansage seiner damaligen Chefin. Zum Glück war zumindest am Sonntag Backverbot. Trotz der hohen Anforderungen erinnert sich Dirk auch gern an seine Ausbildungsjahre. „Früher ging es in vielen Betrieben noch familiärer zu und es gab ein größeres Augenmerk auf Qualität als das heutzutage üblich ist.“ Mit der Prioritätensetzung auf schnellen Profit haben seither viele auf das falsche Pferd gesetzt und ihre Souveränität gegen Fertigmittel eingetauscht. Einfach nur Backmischungen vermengen ist eben keine Kunst - wahres Bäckerhandwerk durchaus. 

Neben der Produktentwicklung verbringt Dirk viel Zeit in unserer modernen Produktion und sieht zu, dass sein Können und seine Erfahrung in die Prozesse einfließt. Aber ab und an schnappt er sich auch unsere Azubis und bringt ihnen bei, wie man z.B. einen Honigkuchen backt. „Das macht doch keiner mehr. Heute kann doch kaum noch einer backen, ohne technische Enzyme einzusetzen.“ Das gibt es bei Moin natürlich überhaupt nicht. „Moin macht Top-Qualität!“, weiß Dirk, „Wir steuern alle unsere Prozesse selbst, nicht irgendwelche Chemiekonzerne mit ihren Mittelchen.“ Bei Moin verlassen wir uns auf unser Know-how - und davon hat Dirk jede Menge! 

Seine Tipps und Tricks teilt er auch gern mit Ladnern vor Ort. Er weiß, dass jeder Laden anders ist und man flexibel bleiben muss, um das Beste rauszuholen. Wenn morgens früh die Backtheke gefüllt wird, kann es stressig werden und manchmal lautet dann die Devise: Hauptsache fertig. Hier kann Dirk professionelle Hilfe leisten: „Ich kann den gesamten Ablauf optimieren und die Qualität der Backwaren erhöhen.“ Am Ende ist dann oftmals sogar noch Zeit, sich bei einer Tasse Kaffee über die gelungene Thekenpräsentation zu freuen – eine schöne Erkenntnis für viele, die zuvor dachten, es würde gar nicht besser gehen. Aber gerade wenn es heißt „Das geht nicht.“ oder „Sowas gibt es nicht.“, dann kommt Dirk und sagt: „Das wollen wir doch mal sehen…!“ Dann wird es heiß in der Backstube und experimentiert, bis schließlich das Gegenteil bewiesen ist. Denn geht nicht, gibt’s nicht bei Dirk.

Wer Dirk mal beim Fußballspielen erlebt hat, wird diesen Ehrgeiz von ihm kennen. Während andere Spieler in den letzten zwanzig Minuten den Kopf in den Sand steckten, gab Dirk noch mal Vollgas. Selbst wenn die Mannschaft in der 89. Minuten 3:0 zurück lag, war das für ihn kein Grund, um aufzugeben. Ganz im Gegenteil. „Jetzt erst recht!“, dachte sich Dirk und gab alles, um das 3:1 zu schießen. 

Dirk hat schon reichlich gebacken gekriegt in seinem Leben und er hat auch schon viel gesehen. Dennoch wünscht er sich für die Zukunft, die Welt noch besser kennenzulernen und öfter mal gemeinsam mit seiner Frau zu verreisen. „Ansonsten bin ich glücklich und zufrieden“, sagt er und antwortet auf meine genie-in-a-bottle-Frage nach 3 Wünschen ganz bescheiden: „Gesundheit.“ So sei es!

Veröffentlicht 
am 14. Januar 2019
von Natascha Solis

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Haltung | Zukunft | Brüderlichkeit | Verantwortung | Vertrauen

Portrait Vicky Leskien

Da geht noch was!

Und Brot schmeckt immer.

Vicky Leskien

Vicky Leskien, das ist unsere Powerfrau aus der Buchhaltung. Engagiert, einfallsreich, qualitätsliebend, humorvoll und schlagkräftig – aber bitte nicht gleich morgens um acht! Unsere Vicky ist in der Tat ein Morgenmuffel, aber halb so schlimm. Es kann ja nicht jeder von Natur aus Frühaufsteher sein.

Gelernt hat die gebürtige Rostockerin zunächst Hotelfachfrau in Elmau in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen. Dem folgte ein Jahr als Gesellin am Tegernsee. Aber beim ständigen Teller von A nach B Tragen fehlte ihr einfach die Herausforderung. Eine Weile blieb sie noch beim Kellnern, diesmal allerdings nur noch nebenbei, während sie ihr Abitur nachholte. Ihr stetes Motto: Da geht noch was! Als Leistungsfach wählte sie Ernährungslehre und damit war auch schon die Entscheidung für die Lebensmittelbranche gefallen. Es folgte ein duales BWL-Studium an der Berufsakademie Hamburg mit einer parallelen Ausbildung zur Fleischerin. Seither schätzt sie Tiere viel mehr und isst auch weniger Fleisch als vorher. Sie sagt: „Gutes Fleisch muss was kosten! Und wenn, dann hol‘ ich mir ein ganzes Huhn und verbrauche alles, nicht nur die Filetstückchen.“ Nach dem Studium fand sie schnell eine Anstellung als Buchhalterin und bald lag dort der gesamte EDV-Bereich in Ihrer Verantwortung. Das konnte nun aber auch nicht das Ende der Fahnenstange sein; nein, da geht noch was! Bei einem Fußballspiel von Eintracht Frankfurt las sie auf den Trikots den Sponsor „indeed“. Sie ging diesem Wink des Schicksals nach und auf die Internetseite für Stellenangebote. Dort entdeckte sie die sympathische Anzeige von MOIN. „Ach, da könnte man sich wohl fühlen“, war Vickys erster Gedanke und bald darauf hatte sie ihr Vorstellungsgespräch. Dabei wurde sie nach ihrem besten Essenserlebnis gefragt, und sofort breitete sich ein großes Lächeln über ihrem Gesicht aus. Denn sie erinnert sich sehr gern an den Abend in Berlin, als sie in die Brasserie des Ritz-Carlton eingeladen wurde. Fein rausgeputzt und voller Vorfreude traf sie auf den Portier des Ritz-Carlton am Eingang. „Ein toller Typ mit opulentem Mantel und Stock!“, erinnert sich Vicky und daran, wie er dann mit jenem Stock auf den Boden pochte und verkündete: „Ich bringe Gäste!“ Der Oberkellner brachte sogleich den Aperitif und schien das Ereignis ebenso zu feiern. „Nicht nur das Essen war sensationell“, schwärmt Vicky, „sondern vor allem auch der Service. Das sind top-ausgebildete Leute, die richtig Bock auf ihren Job haben. Einfach nur großartig, das kann ich gar nicht vergessen.“ Während sie noch auf das Ergebnis ihres Vorstellungsgesprächs wartete, war sie in Kiel unterwegs und kam an einer Großflächenwerbung vorbei mit dem Slogan „Brot schmeckt immer!“. Da musste sie lachen und natürlich gleich an MOIN denken. Schon wieder so ein Wink des Schicksals. Inzwischen ist Vicky Leskien fester Bestandteil unseres Teams, in dem sie ihre persönliche Stärke darin sieht, Vorgänge zu strukturieren. Sie sagt: „Ich habe viele Antworten auf viele Fragen und gebe gern Anreize. Aber letztlich müssen alle an einem Strang ziehen, sonst funktioniert es nicht.“ Zurzeit macht sie zusätzlich eine 16-monatige Fortbildung zur Bilanzbuchhalterin, denn… da geht noch was!

Privat nimmt sie Klavierunterricht, hat ein Abo für die Hamburgische Staatsoper und verfolgt inbrünstig jede Darts-WM. Auf die Frage, was sie sich für die Zukunft wünscht, antwortet Vicky: „Finanzielle Sicherheit, Sonnenschein, glücklich sein und dass es erfolgreich weiter geht.“

Veröffentlicht 
am 23. November 2018 
von Natascha Solis

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Haltung | Zukunft | Brüderlichkeit | Verantwortung | Vertrauen

Portrait Jule Prothmann

Man kann immer

irgendwas retten

Jule Prothmann

Jule Prothmann, unsere Projektmanagerin im Vertrieb und Einkauf, wuchs in einem Dorf umringt von Bauernhöfen auf. Von dort holte ihre Familie Eier und Milch, Äpfel gab es immer vom Nachbarn. Von klein auf erfuhr Jule so die Vorteile von regionaler Wertschöpfung. “Es gab immer viel Diskussion ums Essens Zuhause”, meint sie und erinnert sich an ihre Mutter, für die es manchmal eine Herausforderung war, es allen recht zu machen. Zwei sehr krüsche Kinder und ein Ehemann, der von den Vorzügen von Bio-Lebensmitteln (noch) nicht überzeugt war, trafen auf ihren hohen Qualitätsanspruch und die Überzeugung, dass Fleisch nur in geringen Maßen auf den Teller gehört. Aber nicht nur Mama, sondern auch die beste Freundin, die vom Demeter Hof Dannwisch kam, prägte Jules Verständnis bezüglich konventionellen und biologischen Lebensmitteln. Gutes Essen blieb auch nach der Schulzeit ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Jule entschied sich für den Studiengang „food management“ an der Dualen Hochschule in Heilbronn. In dieser Zeit arbeitete sie etappenweise beim Bio-Supermarkt Alnatura in Darmstadt. Das stete Hin-und Her und die Entfernung zum eigentlichen Zuhause im Norden waren manchmal eine ziemlich harte Nuss. „Wenn mich damals jemand gefragt hat, wo mein Zuhause ist, hab ich geantwortet: In meinem Auto.“, erinnert sich Jule und lacht. Denn auch wenn sie froh ist, dass diese Zeit hinter ihr liegt, weiß sie, ein bisschen Rock’n’Roll kann auch nicht schaden. Außerdem sind es ja gerade die Herausforderungen im Leben, die uns weiter bringen und stärker machen. Aufgeben ist halt keine Option. „Man kann immer irgendwas retten“, ist Jule überzeugt. Als es darum ging, ein Herstellerpraktikum zu absolvieren, bewarb sie sich bei MOIN. Eine gute Entscheidung, denn mit ihrem Warenkundenwissen, ihrer Gelassenheit und ihrem positiven Schwung passt Jule zu MOIN wie Erdbeermarmelade zum Croissant. Auf die Frage, was denn so auf ihrer persönlichen To-do-Liste steht, beginnt Jule von einer Reise nach Indien zu träumen. „Ich möchte mir unbedingt einmal die Gewürzmärkte ansehen.“ Langfristig wünscht sie sich einen eigenen Hof mit Hunden, Katzen, Schweinen, Eseln und einem Alpaka.